Bevor Filme digital auf Festplatten gespeichert wurden, war Zelluloid das physische Trägermaterial für jedes einzelne Filmbild.
Zelluloid ist ein Kunststoff, der hauptsächlich aus Zellulosenitrat und Kampfer besteht. Es war der erste thermoplastische Kunststoff der Welt. Für die Filmindustrie war es ideal, weil es transparent war (wichtig für die Projektion). Auch ist Zelluloid flexibel genug, um auf Rollen gewickelt und durch Projektoren gezogen zu werden.
Das frühe Zelluloid (bis ca. 1950) hatte eine extrem gefährliche Eigenschaft: Es war hochgradig brennbar. Nitrofilm konnte sich bei Hitze (z. B. durch die starke Lampe eines Projektors) selbst entzünden. Einmal entflammt, brennt Zelluloid sogar unter Wasser oder in einer CO2-Umgebung weiter, da es beim Verbrennen seinen eigenen Sauerstoff freisetzt. Viele frühe Stummfilme sind unwiederbringlich verloren, weil Filmarchive abgebrannt sind oder sich das Material im Laufe der Jahrzehnte einfach selbst zersetzt hat.
Wegen der Brandgefahr wurde Zellulosenitrat ab den 1950er Jahren durch Azetat-Film (Zelluloseacetat) ersetzt. Dieser war schwer entflammbar und trug daher am Rand oft die Aufschrift „Safety“. Später kam dann das noch stabilere Polyester zum Einsatz.
Mit der digitalen Revolution um das Jahr 2010 verschwand das physische Filmmaterial fast vollständig aus den Kinos. Die meisten Filme werden heute mit Digitalkameras (wie der ARRI Alexa) gedreht und per Festplatte oder Satellit an die Kinos verschickt.
Berühmte Regisseure wie Christopher Nolan (Oppenheimer), Quentin Tarantino oder Steven Spielberg weigern sich jedoch oft, digital zu drehen. Sie schwören auf die organische Textur, das „Korn“ und die Farbtiefe von echtem Film. Für Filme wie Interstellar oder The Hateful Eight wurden sogar extra alte Projektoren in Kinos reaktiviert, um das riesige 70mm-Zelluloid-Format zu zeigen.
