Spaghetti Western

Spaghetti-Western sind ein Subgenre des Westernfilms, das in den 1960er Jahren entstand. Der Name ist eigentlich ein ursprünglich spöttischer Begriff von US-Kritikern, da diese Filme fast ausschließlich von italienischen Regisseuren und Produktionsfirmen gedreht wurden.
Der italienische Regisseur Sergio Leone brachte 1964 mit „Für eine Handvoll Dollar“ einen völlig neuen Western Stil auf die Leinwand.
Typische Merkmale eines Spaghetti Westerns sind
Der Anti-Held: Es gibt keine strahlenden Ritter. Die Protagonisten sind oft dreckig, unrasiert, wortkarg und handeln eher aus Eigennutz oder Rache als aus Edelmut.
Visueller Stil: Extreme Nahaufnahmen von Augen wechseln sich mit weiten Panorama-Aufnahmen ab.
Härte und Gewalt: Die Filme sind deutlich gewalttätiger, zynischer und düsterer als ihre amerikanischen Vorgänger.
Die Musik: Ohne Ennio Morricone wäre das Genre nicht dasselbe. Statt klassischer Orchester hörte man plötzlich Mundharmonikas, Peitschenknallen, Pfeifen und elektrische Gitarren.

Drei Regisseure haben das Genre maßgeblich geprägt:
Sergio Leone: Der Visionär (Zwei glorreiche Halunken, Spiel mir das Lied vom Tod).

Sergio Corbucci: Bekannt für besonders düstere und blutige Filme (Django).

Sergio Sollima: Brachte oft politische und soziale Themen ein (Der Gehetzte der Sierra Madre).

In den 70er Jahren wandelte sich das Genre. Die Ernsthaftigkeit wich dem Humor. Das Duo Bud Spencer und Terence Hill (z. B. mit Die rechte und die linke Hand des Teufels) machte den Spaghetti-Western massentauglich und familiengerecht. Die Gewalt verwandelte sich in Slapstick-Prügeleien.

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