Strohpuppe, die (Sean Connery, Gina Lollobrigida)

Originaltitel: Woman of Straw
Darsteller: Gina Lollobrigida, Sean Connery, Ralph Richardson
Regie: Basil Dearden
GB 1964 / D 1964

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Der britische Kriminalfilm „Die Strohpuppe“ (Originaltitel: „Woman of Straw“) aus dem Jahr 1964 lockte das Publikum nicht nur mit einer packenden Handlung sondern auch mit der Besetzung zweier internationaler Top-Stars: der italienischen Leinwand-Diva Gina Lollobrigida und dem frischgebackenen James-Bond-Darsteller Sean Connery.

Für Sean Connery war die Rolle des skrupellosen Erbschleichers Anthony Richmond eine strategische Entscheidung. Nach dem überwältigenden Erfolg von „Dr. No“ und „Liebesgrüße aus Moskau“ fürchtete der schottische Schauspieler, auf ewig auf die Rolle des heldenhaften Agenten 007 festgelegt zu werden. Er nahm die Rolle des Bösewichts an, um seine schauspielerische Bandbreite zu beweisen und dem Bond-Image zu entkommen.

Obwohl die Chemie auf der Leinwand stimmte, war die Atmosphäre zwischen den beiden Hauptdarstellern alles andere als harmonisch. Quellen vom Set berichten von erheblichen Spannungen zwischen Sean Connery und Gina Lollobrigida. Lollobrigida, damals ein gefeierter Weltstar, hatte den Ruf, eine Diva zu sein. Ihr Verhalten soll dem bodenständigen Connery und großen Teilen der Crew missfallen haben. Die Situation spitzte sich offenbar so zu, dass Connery öffentlich schwor, „nie wieder mit dieser Frau zu arbeiten“. Diese Animositäten könnten sich jedoch positiv auf seine Darstellung ausgewirkt haben: In einer Szene, in der er Lollobrigida ohrfeigen sollte, soll er mit mehr Kraft zugeschlagen haben als nötig, was für einen Eklat am Set sorgte.

Eine der verblüffendsten Verbindungen zur James-Bond-Reihe findet sich in Connerys Garderobe. Viele der eleganten und stilprägenden Anzüge, die er im selben Jahr im Bond-Klassiker „Goldfinger“ trug, wurden ursprünglich vom berühmten Schneider Anthony Sinclair für seine Rolle in „Die Strohpuppe“ angefertigt. Da „Die Strohpuppe“ teilweise auf einem englischen Landsitz spielt, erklärt dies den für Bond eher untypischen, schweren und ländlichen Stil einiger seiner „Goldfinger“-Outfits. Die Kleidung wurde für den nachfolgenden Bond-Film einfach wiederverwendet.

Für das Produktionsdesign war Ken Adam verantwortlich, der auch die Kulissen für die frühen James-Bond-Filme entwarf. Besonders das Set der riesigen Eingangshalle des Herrenhauses war so gewaltig, dass es beinahe eine gesamte Halle der berühmten Pinewood Studios in England ausfüllte. Die Außenaufnahmen für die im Film gezeigte Villa und die Yacht-Szenen entstanden auf der sonnigen Insel Mallorca.

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