Entgegen der landläufigen Meinung waren John, Paul, George und Ringo nur am Rande an der Entstehung des Films beteiligt. Sie waren von der Idee eines weiteren Films nach „Help!“ nicht begeistert und wollten vertragliche Verpflichtungen für einen dritten Film mit United Artists erfüllen. Ihre direkte Beteiligung beschränkte sich auf:
- Vier neue Songs: Die Beatles steuerten vier neue Lieder bei: „All Together Now“, „Hey Bulldog“, „It’s All Too Much“ und „Only a Northern Song“.
- Stimmen von Schauspielern: Im Film werden die animierten Beatles nicht von ihnen selbst, sondern von Schauspielern gesprochen.
- Ein kurzer Cameo-Auftritt: Erst ganz am Ende des Films treten die echten Beatles in einer kurzen Realfilm-Sequenz auf.
John Lennon sagte später, dass sie den Film anfangs mit einer gewissen Skepsis betrachteten, ihn nach der Fertigstellung aber sehr mochten.
Das markanteste Merkmal von „Yellow Submarine“ ist sein einzigartiger, psychedelischer und farbenfroher visueller Stil, der sich stark von den damals dominierenden Disney-Produktionen abhob. Maßgeblich für diesen Look war der deutsche Grafikdesigner und Illustrator Heinz Edelmann. Sein unverwechselbarer Stil, beeinflusst von Pop-Art und Surrealismus, prägte das gesamte Design des Films, von den Charakteren bis zu den fantastischen Landschaften. Unter der Regie von George Dunning arbeitete ein großes Team von Animatoren daran, Edelmanns Visionen zum Leben zu erwecken. Die Produktion stand unter erheblichem Zeitdruck und wurde in nur elf Monaten fertiggestellt.
Das farbenfrohe und musikliebende „Pepperland“ wird von den musikfeindlichen „Blue Meanies“ (Blaumiesen) überfallen, die alles erstarren lassen und die Musik verbannen. Der junge Fred kann mit dem gelben U-Boot entkommen und reist nach Liverpool, um die Beatles um Hilfe zu bitten. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch surreale Meere, um Pepperland mit der Kraft ihrer Musik zu befreien. Die Botschaft des Films ist klar: Liebe und Musik sind stärker als Hass und Unterdrückung („All you need is love“).
Die Musik ist das Herzstück des Films. Neben den vier neuen Songs sind viele bereits bekannte Beatles-Klassiker zu hören, die die Handlung untermalen, darunter:
- „Eleanor Rigby“
- „Lucy in the Sky with Diamonds“
- „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“
- „With a Little Help from My Friends“
- „All You Need Is Love“
- „When I’m Sixty-Four“
„Yellow Submarine“ war bei seiner Veröffentlichung ein großer Erfolg. Der Film wurde für seine innovative Animation und die gelungene Verschmelzung von Musik und Bildsprache gefeiert. Er trug maßgeblich dazu bei, den Animationsfilm als Kunstform für Erwachsene zu etablieren und gilt bis heute als zeitloses Meisterwerk, das die kreative und experimentelle Energie der späten 1960er Jahre perfekt wiedergibt.






























